
EMES - Was ist das?
Die Richtlinie 2004/40/EG und deren Änderung 2008/46/EG sieht eine Evaluierung aller Arbeitsplätze in Hinblick auf den Schutz der Arbeitnehmer gegen tatsächliche oder mögliche Gefährdungen ihrer Gesundheit und Sicherheit durch die Einwirkung von elektromagnetischen Feldern (0 Hz bis 300 GHz) vor. Die Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht muss mit 30. April 2012 vollzogen sein. Es wird daher ab diesem Datum erforderlich sein, alle Arbeitsplätze fundiert zu evaluieren.
An einem Großteil aller Arbeitsplätze ist zwar nicht mit einer hohen Belastung durch elektromagnetische Felder zu rechnen. Dennoch müssen alle Arbeitsplätze fundiert evaluiert werden. Genau dafür wurde EMES auf Basis einer Idee und im Auftrag sowie unter der Projektleitung der AUVA (Allgemeine Unfallsversicherungsanstalt) entwickelt. In Kooperation mit Seibersdorf Laboratories wurden alle an Büroarbeitsplätzen vorkommenden Quellen genau vermessen und in einer Datenbank hinterlegt. Die Datenbank wird in Zukunft um zusätzliche Quellen und Branchen erweitert und laufend aktualisiert. Die einfach gestaltete Oberfläche ermöglicht es dem Benützer, auch ohne Vorkenntnisse die Unbedenklichkeit eines Arbeitsplatzes festzustellen. Für die Evaluierung mit EMES ist nur die Angabe der Strahlungsquellen sowie deren Abstand zum Arbeitsplatz notwendig.
Zur Evaluierung trägt der Benützer den Abstand des jeweiligen Arbeitsplatzes zu allen relevanten Strahlungsquellen ein. Die Emission dieser Quellen wird dann von EMES normkonform bewertet. Dabei werden die Grenzwerte der Vornorm ÖVE/ON E8850 herangezogen. Diese Norm hat die gleichen Grenzwerte wie die EU-Richtlinie 2004/40/EG. Das Programm liefert den Expositionskoeffizienten jeder Quelle sowie den Gesamtexpositionskoeffizienten. Die für die Exposition dominante Quelle wird hervorgehoben, und das Ergebnis der Evaluierung wird leicht verständlich als Ampelbewertung angezeigt. Neben Arbeitsplätzen mit mehreren Quellen können natürlich auch einzelne Quellen mit EMES beurteilt werden.
Das Ergebnis der Evaluierung kann zur Dokumentation auf Papier ausgedruckt und elektronisch gespeichert werden. Dies schafft Rechtssicherheit für den Arbeitgeber, da bei Bedarf jeder Schritt der Mess- und Dokumentationskette belegbar ist.
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EMES Zusammenfassung