AUVA, Arbeitsinspektion im BMASK, Lebensministerium und WIFI Unternehmerservice der WKÖ setzen gemeinsam die Initiative "Integriertes Management". Ziel ist es möglichst viele Betriebe und Einrichtungen zu motivieren, Sicherheit, Gesundheit, Umwelt und Qualität zu einem "Integrierten Management" zusammen zu führen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen und Unterlagen zum "Integrierten Management" und zu aktuellen Themen im Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltbereich.

Nachstehend finden sich verschiedene Inhalte zum Thema "Integriertes Management".

Einführung in das Thema "Integriertes Management"

Wenn Sie als UnternehmerIn in Zeiten des schwachen Wirtschaftswachstums und multipler Zielsetzungen wettbewerbsfähig bleiben wollen, ist es unumgänglich, dass Sie effizienzsteigernde Maßnahmen setzen.

Das WIFI Unternehmerservice der Wirtschaftskammer Österreich, die AUVA, das Lebensministerium und das BMVIT haben gemeinsam mit fachlicher Unterstützung der Arbeitsinspektion im BMASK und unter Einbindung von weiteren ExpertInnen auf diese Anforderungen reagiert und die Entwicklung und Erprobung der Methodik „Integriertes Management-Kosten-/Nutzencheck“ initiiert und beauftragt.

Mit der Methodik „Integriertes Management-Kosten-/Nutzencheck“ wurde ein wirksames Instrument zur Steigerung der Ressourceneffizienz und zum bewussten Umgang mit der Sicherheit und Gesundheit der MitarbeiterInnen - im Sinne der nachhaltigen Entwicklung - erprobt und entwickelt.

Durch die Zusammenführung von Sicherheit/Gesundheit, Umwelt und Qualität werden Unternehmensprozesse unter verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und optimiert, Schwachstellen erkannt, Kosten vollständig erfasst und Doppelarbeit reduziert, sowie Synergien genutzt. Die daraus resultierenden transparenten betrieblichen Strukturen und Abläufe eröffnen Verbesserungspotenziale, Flexibilität, erhöhen die MitarbeiterInnenmotivation und steigern die Qualität der Produkte und Dienstleistungen. IMS-K/N ist ein freiwilliges Instrument, das nicht automatisch zu einer Zertifizierung oder Begutachtung führt, das ist jedoch mit einem geringen zusätzlichen Aufwand möglich.

Methodik „Integriertes Management – Kosten-/Nutzencheck“

Weltweit haben heute zahlreiche Unternehmen Managementsysteme als wichtiges Instrument zur Betriebsführung und zur Einhaltung von Standards in den Bereichen Sicherheit/Gesundheit, Umwelt und Qualität erkannt und umgesetzt. Es zeigt sich aber in der Praxis, dass das Arbeiten mit unterschiedlichen, isoliert eingesetzten Systemen zu Ineffizienzen im Betrieb führt. Daher gibt es verstärkt Bemühungen, integrierte Ansätze zu entwickeln, die die vielfältigen Zielsetzungen in einem System zusammenfassen.

Integriertes Management führt zu höherer Effizienz, Flexibilität und Transparenz der betrieblichen Aktivitäten in den Bereichen Sicherheit/Gesundheit, Umwelt und Qualität. Mit der Methodik „Integriertes Management – Kosten-/Nutzencheck“ werden die Bereiche Sicherheit/Gesundheit, Umwelt und Qualität auf Basis der Anforderungen der zugrunde gelegten Regelwerke an Managementsysteme (ASchG, Ö-SGMS, AUVA-SGM, OHSAS 18001, SCC, EMAS-VO, ISO 14001, ISO 9001:2000, ISO 9004:2000) zu einem Integrierten Management (IM) zusammengeführt und Kosten-/Nutzenaspekte auf allen Ebenen betrachtet.

Ausgehend von den Anforderungen der berücksichtigten Regelwerke wurden in Abstimmung mit dem ExpertInnenteam die Anforderungen an ein IM unter Berücksichtigung des Kosten-/Nutzenchecks für jede Ebene (Willenserklärung, Kurzanalyse, Unternehmenspolitik, Managementziele, Managementprogramm, Managementsystem, internes Audit, Management Review) gemeinsam festgelegt, die dann betriebsspezifisch umgesetzt werden sollen.

 

Ziele des „Integriertes Managements – Kosten-/Nutzencheck“

Mit der Methodik „Integriertes Management – Kosten-/Nutzencheck“, können VertreterInnen von Betrieben/Institutionen mit geringem Aufwand die Bereiche Sicherheit/Gesundheit (SG), Umwelt (U) und Qualität (Q) zu einem Integrierten Management (IM) zusammen führen und ermitteln, welche Kosten bzw. welcher Nutzen in den Bereichen SG-U-Q anfallen. Gleichzeitig wird offen gelegt, wo Synergien und Verbesserungspotenziale vorhanden sind. Damit wurde ein wirksames Instrument zur Steigerung der Ressourceneffizienz und zum bewussten Umgang mit der Sicherheit und Gesundheit der MitarbeiterInnen (im Sinne der nachhaltigen Entwicklung) entwickelt, das verstärkt in österreichischen Betrieben und Institutionen eingesetzt werden soll.

 

Entwicklung der Methodik „Integriertes Management“

Erste Erfahrungen bei der Zusammenführung der Bereiche Sicherheit/Gesundheit, Umwelt und Qualität konnten bereits 2001 im Projekt Integriertes Management für KMUs gewonnen werden. In dessen Pilotphase nahmen sieben Betriebe und deren BeraterInnen teil und implementierten ein IM in ihren Betrieben. Infolge ist das Projekt „Integriertes Management – Kosten-/Nutzencheck“ entstanden, das die bisherige Methode um das Instrument der Kosten-/Nutzenerfassung ergänzt und somit betriebswirtschaftlich die Vorteile bei der Zusammenführung der Aktivitäten in den Bereichen Sicherheit/Gesundheit,Umwelt und Qualität zu einem Integrierten Management hinterlegt.


Am Pilotprojekt „Integriertes Management – Kosten-/Nutzencheck“ nahmen 11 Betriebe und deren BeraterInnen teil, denen in zwei 2-tägigen Workshops das Wissen vermittelt wurde, das notwendig war, damit die TeilnehmerInnen, unterstützt von ihren BeraterInnen, mit praktischen Arbeiten in ihren Betrieben die Bereiche SG-U-Q zu einem Integrierten Management zusammenführen und den Kosten-/Nutzencheck durchführen konnten.

Die Auswertungen der praktischen Arbeiten der TeilnehmerInnen des Projektes „Integriertes Management – Kosten-/Nutzencheck“ und weitere Arbeiten zeigten, dass die Zusammenführung der Bereiche SG-U-Q in den teilnehmenden Pilotbetrieben zu einem IMS zu höherer Effizienz, Flexibilität und Transparenz der betrieblichen Aktivitäten in diesen Bereichen führte. Der in den Betrieben erstmals angewandte Kosten-/Nutzencheck führte zu realistischen Verbesserungs- und Einsparungspotenzialen, die in Folge auch realisiert wurden. Aufgrund der Ergebnisse der Pilotphase kann festgestellt werden, dass die angewandte Vorgangsweise zur Zusammenführung der Bereiche SG-U-Q zu einem IM sich in den Pilotbetrieben bewährt und die Praktikabilität der Checklisten und der EXCEL-Sheets für den Kosten-/Nutzencheck bestätigt hat.

Beide Projekte wurden von AUVA, BMLFUW, BMVIT, WIFI-Österreich beauftragt und von Mag. Hermine Dimitroff-Regatschnig (damals eco4ward) in Zusammenarbeit mit der DENKSTATT Umweltberatung und –management GesmbH, der Österreichischen Akademie für Führungskräfte (ÖAF) und dem Institut für Wirtschaftspädagogik der Karl-Franzens Universität Graz (WiPÄD-KFU-Graz) in enger Kooperation mit dem ExpertInnenteam durchgeführt.

 

Kosten- und Nutzenarten

Die Systematik zur Erhebung von Kosten und Nutzen im Integrierten Management deckt alle betriebswirtschaftlichen relevanten Kategorien ab, lässt den Betrieben aber noch ausreichend Spielraum zur individuellen Anpassung.

Folgende Kosten- und Nutzenarten werden für die Erhebungen in den Bereichen Sicherheit/Gesundheit, Umwelt und Qualität verwendet:

 

  • Entsorgungskosten
  • Personalkosten
  • Schatten-/Unterlassungskosten im Bereich Personal
  • Fremdleistungen
  • Schatten-/Unterlassungskosten im Bereich Fremdleistungen
  • Sachkosten
  • Schatten-/Unterlassungskosten im Bereich Sachkosten
  • Steuern, Abgaben, Versicherungs-, Lizenzgebühren und sonstige Gebühren
  • Anlagenrelevante Kosten
  • Abschreibungen
  • Instandhaltungskosten, Betriebskosten
  • Finanzierungskosten
  • Kalkulatorische Wagnisse
  • Herstellungskosten (FIBU)
  • Vergütungen
  • Nutzen
  • Direkter Nutzen (Erlös)
  • Indirekter Nutzen – monetär bewertbar
  • Indirekter Nutzen – nicht bzw. schwer monetär bewertbar

 

Zusätzlich zur klassischen Kostendefinition werden auch Schatten- und Unterlassungskosten ausgewiesen, die dem Unternehmen durch nicht umgesetzte sicherheits-/gesundheits-, umwelt- und qualitätsrelevante Maßnahmen bereits entstanden sind und somit unmittelbar Verbesserungspotenziale aufzeigen.

Bereichsbezogene Checklisten und praxiserprobte Arbeitsblätter erleichtern die Erhebung durch Beispiele von betrieblichen Aktivitäten für jede Kosten-/Nutzenkategorie. Ein kompaktes Set an Kennzahlen auf Basis der Kosten-/Nutzenerhebung ermöglicht einen internen und externen Betriebsvergleich.

 

Resonanz

Das Projekt „Integriertes Management – Kosten-/Nutzencheck“ wurde beim Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz im Mai 2002 in Wien und bei der Tagung „Mit Managementsystemen zum Erfolg“ im November 2004 einem breiten Forum vorgestellt und sehr positiv aufgenommen. Großes Interesse an diesem Projekt zeigten auch die VertreterInnen der europäischen Wirtschaftsverbände, der Umwelt- und Sozialverbände sowie der Europäischen Kommission beim EU-Roundtable on Corporate Social Responsibility (CSR) im Sommer 2003 in Brüssel, bei dem das Projekt „Integriertes Management – Kosten-/Nutzencheck“ vorgestellt werden konnte. Im Rahmen der Diskussion wurde bestätigt, das diese Form des Integrierten Managements eine praxistaugliche Möglichkeit darstellt, CSR auch in Klein- und Mittelbetrieben umzusetzen.

 

InitiatorInnen & AuftraggeberInnen

Das WIFI Unternehmerservice der Wirtschaftskammer Österreich, die AUVA, das Lebensministerium und das BMVIT haben gemeinsam mit fachlicher Unterstützung der Arbeitsinspektion im BMASK und mit ExpertInnen der Wirtschaftskammer Österreich, des ÖGB, der Arbeiterkammer und weiteren Einrichtungen die Entwicklung und Erprobung der Methodik „Integriertes Management-Kosten-/Nutzencheck“ initiiert und die bisher sehr erfolgreiche Umsetzung in Pilotbetrieben unterstützt.

 

 

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