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Ausfüllhilfe für das Leerformular Grundevaluierung

Nachfolgend sehen Sie Ausschnitte aus dem Leerformular Grundevaluierung mit zusätzlichen Kommentaren, die Ihnen das Ausfüllen Ihres Formulares erleichtern sollen:

Definiert den Gültigkeitsbereich des Dokuments. Dieser kann sich grundsätzlich auf eine Tätigkeit (ortsunabhängig, z.B. "Baumschnitt") oder einen ortsgebundenen Wirkbereich (kleinste Einheit: Arbeitsplatz, z.B. "Hebebühne"; größte: ganze Arbeitsstätte) unter Berücksichtigung aller dort ausgeführten Tätigkeiten erstrecken.

Für wie viele Arbeitnehmer ist vorliegendes Dokument relevant? Bei drei Schichten mit je vier Arbeitnehmern wären dies zwölf Arbeitnehmer. Namen sind nicht erforderlich.
Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass behinderte (körperlich oder geistig) Arbeitnehmer unter Rücksichtnahme auf ihre Behinderung beschäftigt und unter Umständen nur eingeschränkt eingesetzt werden. Organisation, Technik und Arbeitsabläufe müssen entsprechend ausgelegt sein. Beispiel: Bei Beschäftigung von Schwerhörigen keine akustischen Gefahr-, Warn- oder sonstige Signale. gesetzliche Grundlage ist insbes. § 6 Abs. 5 ASchG.

Vor allem dann nötig, wenn das Dokument komplexe oder ungewöhnliche Arbeitsvorgänge beinhaltet. Bei bekannten Standardmaschinen ohne "Sonderarbeiten" kann diese Beschreibung entfallen. 

Die vom Arbeitgeber mit der Evaluierung beauftragte Person oder der Arbeitgeber selbst. Der betroffene Arbeitnehmer selbst ist hier nicht gemeint, da er in der Regel keine (Risiko)Beurteilung durchführen kann. 

Hier geht es um das Datum der Erstevaluierung, nicht um das der Aktualisierungen. 

In jedem Fall müssen beigezogen werden: Sicherheitsfachkraft, Arbeitsmediziner, Betriebsrat, Sicherheitsvertrauenspersonen (wenn vom Betriebsrat delegiert oder kein Betriebsrat vorhanden ist) und alle Arbeitnehmer (wenn weder BR noch SVP vorhanden ist). Des Weiteren können im Bedarfsfall beigezogen werden: Werkstättenmeister und Bereichsvorgesetzte, externe Experten, Messtechniker oder die betroffenen Arbeitnehmer (beispielhafte Auflistung).

Es geht hier vor allem um die Einhaltung gesetzlich nicht verbindlicher Regeln und Richtlinien wie z.B. TRVB´s oder Broschüren der AUVA. Überdies können auch konkrete Gesetzes- oder Verordnungsstellen (z.B. § 2 AStV) angeführt werden, um ein Auffinden der gesetzlichen Grundlagen zu erleichtern - auch wenn dies im streng juristischen Sinne nicht impliziert ist. Auch die Grundevaluierungen bieten teilweise in dieser Spalte Informationsgrundlagen zur Orientierung an. Werden diese Grundlagen jedoch nicht berücksichtigt, müssen sie beim Erstellen des "persönlichen" Dokuments gelöscht werden. 

Keine dezidierte Forderung aus der DOK-VO selbst, jedoch indirekt aus dem ASchG selbst abzulesen. Eine Aufnahme in das Dokument ist also nicht verbindlich vorgeschrieben, erscheint aber sinnvoll. 

Dies können z.B. Brandschutzpläne, Sicherheitsdatenblätter oder Bedienungsanleitungen sein. Optional auszufüllen. 

Dieser Block trägt § 4 Abs. 2 ASchG Rechnung, wonach bei der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren auch besonders gefährdete oder schutzbedürftige Arbeitnehmer berücksichtigt werden müssen. Abgefragt werden in Folge im Speziellen mögliche Vorkehrung bei Beschäftigung von Frauen, Schwangeren und Stillenden sowie Jugendlichen und Lehrlingen. Werden weitere schutzbedürftige Arbeitnehmer beschäftigt (z.B. sinnes- oder körperbehinderte Arbeitnehmer), müssen diese unter "sonstige personenbezogene Angaben" berücksichtigt werden.
In der Spalte Hinweise werden nähere Informationen gegeben, wenn "ja" angekreuzt wurde (z.B.: PSA notwendig: "Gehörschutz" in Hinweisspalte). Allgemein gültige Hinweise sind in den Grundevaluierungen zum Teil bereits enthalten.
Es werden checklistenartig geforderte Inhalte des Dokuments abgefragt. Lassen sich allgemeingültige Aussagen treffen, sind diese in den Grundevaluierungen bereits enthalten und die jeweilige Spalte angekreuzt. Können keine eindeutigen Aussagen in den Grundevaluierungen gemacht werden, d.h. muss im Einzelfall die jeweilige Situation vor Ort betrachtet und beurteilt werden, ist nichts angekreuzt. Unter Umständen sind jedoch Angaben in der Hinweisspalte enthalten. 

Keine Dokumentation nach DOK-VO, sondern nach dem Mutterschutzgesetz (MSchG), das nach § 2a Abs. 1 und 5 ebenfalls eine Evaluierung und Dokumentation verlangt. Bei bestimmten, in § 2a Abs. 2 angeführten Belastungen bestehen Beschäftigungsverbote und -beschränkungen.

Keine Dokumentation nach DOK-VO, sondern nach dem KJBG sowie der KJBG-VO. Lehrlinge dürfen, im Gegensatz zu "anderen" Jugendlichen, bestimmte, in der KJBG-VO dezidiert angeführte gefährliche Arbeiten nach 18 Monaten (bzw. 12 Monaten) unter Aufsicht sehr wohl durchführen.

Keine Dokumentation nach DOK-VO, sondern nach dem KJBG sowie der KJBG-VO. Demnach bestehen für Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres bestimmte Arbeitsverbote und -beschränkungen. Diese können die Arbeitszeit (z.B. Verbot von Sonn- und Feiertagsarbeit, §§ 10 bis 20 KJBG), die Arbeitsart (z.B. Akkordarbeit, § 21 KJBG) oder das Verbot bestimmter Tätigkeiten (z.B. Arbeiten in großer Höhe oder an bestimmten Maschinen nach KJBG-VO) betreffen. Siehe auch KJBG Seite. 

Gefordert nach der "Verordnung über die Gesundheitsüberwachung am Arbeitsplatz" beim Arbeiten mit den in § 2 aufgelisteten Arbeitsstoffen, Arbeiten mit schwerem Atemschutz, im Gasrettungsdienst und bei gesundheitsgefährdender Lärmeinwirkung, jeweils zu den angeführten Bedingungen. 

Gefordert nach der "Verordnung über den Nachweis der Fachkenntnisse". Gefordert beim Führen von Kranen und Staplern, im Gasrettungsdienst und der Durchführung von Sprengarbeiten. Nicht gemeint sind Fachkenntnisse nach anderen Rechtsvorschriften, z.B. der Führerschein für das Lenken eines KFZ. Erscheint dies sinnvoll, kann jedoch auch dies in das Dokument aufgenommen werden. 

Gefordert in der "Allgemeinen Arbeitnehmerschutzverordnung (AAV)", §§ 66 bis 72. Gegliedert nach Schutz der Augen, des Gehörs, der Atmungsorgane, des Kopfes, der Gliedmaßen, des Körpers und gegen Absturz. 

Es wird unterschieden zwischen Verbotszeichen (z.B. "Rauchen verboten"), Warnzeichen (z.B. "Warnung vor gefährlicher elektrischen Spannung"), Gebotszeichen (z.B. "Schutzhelm tragen") und Rettungszeichen bzw. Hinweisschilder (z.B. "Notausgang", "Erste Hilfe", "Feuerlöscher"). Allgemeine Vorschriften sind in der "Kennzeichnungsverordnung" enthalten. 

Bestehen z.B. für Niederspannungsräume, in Lagerräume gefährlicher Arbeitsstoffe oder in bestimmte Wartungsbereiche. 

Sind dann erforderlich, wenn Arbeitnehmer in der Lage sein müssen, in bestimmten denkbaren Gefahrsituationen ohne der Möglichkeit von Rücksprache mit anderen richtige Maßnahmen und Reaktionen zu setzen. (Bsp.: Verhalten des Kassiers bei Banküberfall). 

Ein Arbeitsstoff ist nach ASchG dann gefährlich, wenn er explosionsgefährlich, brandgefährlich, biologisch (außer jene der Gruppe 1) oder gesundheitsgefährdend (z.B. giftig, ätzend oder reizend) ist. Auch Arbeitsstoffe ohne Gefahrkennzeichnung können gefährlich sein! (Bsp.: Friseurchemikalien, Holzstaub). 

Gefordert nach der "Arbeitsmittelverordnung (AM-VO)", §§ 6 bis 11. Es wird unterschieden zwischen Abnahmeprüfungen, wiederkehrenden Prüfungen, Prüfung nach außergewöhnlichen Ereignissen und nach Aufstellung (von Arbeitsmitteln). Nicht gemeint sind Prüfpflichten nach anderen Rechtsvorschriften, z.B. dem Kesselrecht oder dem Strahlenschutzrecht. Erscheint dies sinnvoll, kann jedoch auch dies in das Dokument aufgenommen werden. 

Hier wird anhand der behördlichen Unterlagen, z.B. dem Betriebsanlagengenehmigungsbescheid überprüft werden müssen, ob derartige Auflagen bestehen. 

 

In dieser Spalte werden die bei der Gefahrenermittlung festgestellten Punkte angeführt, für die nach Einschätzung des Risikos Maßnahmen festgelegt wurden. Auch Punkte, bei denen eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen realistisch möglich ist, können aufgenommen werden. In den Grundevaluierungen sind die in einem typischen Betrieb möglicherweise zu erwartenden Gefahrmomente bereits enthalten. Die Auflistung muss natürlich an die jeweilige Situation vor Ort angepasst werden.

Zu jeder festgestellten Gefahr müssen eine (oder mehrere) Maßnahmen festgelegt werden. Diese können technischer - z.B. zusätzliche Schutzeinrichtungen -, organisatorischer - z.B. geänderter Arbeitsablauf - oder personenbezogener Natur - Schulung, Unterweisung - sein. Schulungsmaßnahmen werden in den meisten Fällen, zumindest als flankierende Maßnahme, in jedem Fall erforderlich sein. 

Natürlich ist der Arbeitgeber für die Umsetzung der Maßnahmen zuständig. Hier geht es jedoch darum, wer (im Auftrag des Arbeitgebers) tätig werden muss. Dies kann der Hauselektriker, der Einkauf, der Bereichsvorgesetzte oder der betroffene Arbeitnehmer selbst sein. Wichtig ist eine klar definierte (und dokumentierte) personelle Festlegung. 

Grundsätzlich muss zwischen einmaligen Maßnahmen (vor allem bei technischen Lösungen) und regelmäßig zu wiederholenden Maßnahmen (vor allem Unterweisung und regelmäßigen Kontrollen) unterschieden werden. Im ersteren Fall muss ein Termin angeführt sein - z.B. "06.12.", "KW 26". Im zweiten Fall wird hier eine Periode - z.B. "alle 2 Monate" eingetragen, und in einem Beilagenblatt (z.B. dem über die erfolgten Unterweisungen) die konkreten Termine geführt. Vermeiden Sie in jedem Fall unkonkrete Aussagen wie "kurzfristig", "sofort" oder "ehebaldigst". 

Jede Maßnahme sollte auf die Einhaltung des festgelegten Termins sowie die Tauglichkeit und Effizienz der Maßnahme kontrolliert werden. Der "Kontrolleurs" sollte nicht mit dem zuständigen ident sein.